Was ist eine Seniorengenossenschaft? 

Eine „Seniorengenossenschaft “ ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gegenseitig in einem verbindlich organisierten Rahmen unterstützen möchten.

Eine „Seniorengenossenschaft“ hat u. a. zum Ziel, die Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren zu erhalten und zu steigern, und den Verbleib in den eigenen vier Wänden möglichst lange zu erhalten. Die „Seniorengenossenschaft“ bietet den Seniorinnen und Senioren darüber hinaus die Sicherheit, ein selbständiges Leben zu führen, auch wenn sie auf Hilfen angewiesen sind.

Die Idee der „Seniorengenossenschaft“

Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Personen, dessen Zweck es ist, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Belange der Mitglieder („Genossen“) durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern. Grundsätze der Genossenschaft sind neben der Förderung der Mitglieder vor allem die Prinzipien der Selbsthilfe, der Selbstverantwortung und der Selbstverwaltung. Gemeinsam ist allen Genossenschaften also, dass sie zum Vorteil der Mitglieder handeln, die Mitglieder einbinden und dadurch eine sich unterstützende Gemeinschaft schaffen.

„Eine gute Seniorenhilfe-Organisation bietet mehr als praktische Unterstützung im Alltag: sie bringt menschliche Wärme und Geborgenheit in einer Gemeinschaft.“

 

So können sich zum Beispiel Seniorinnen und Senioren zum Zweck der gegenseitigen Unterstützung in Fragen der alltäglichen Lebensgestaltung zu einer Genossenschaft zusammen- schließen (vorher war auch schon die Förderung der Hauswirtschaft der Mitglieder möglich). Eine solche verbindliche Vereinbarung gegenseitiger Unterstützung ist aber keineswegs auf die Rechtsform der Genossenschaft festgelegt. Es sind durchaus auch andere Rechtsformen, wie z.B. als eingetragener Verein oder GmbH, möglich und in der Praxis zu finden.

Der Begriff der Seniorengenossenschaft

Der Begriff „Seniorengenossenschaften“ meint, dass sich Menschen (Seniorinnen und Senioren, aber auch Jüngere) zusammen finden, um sich gegenseitig bei den alltäglichen Arbeiten zu helfen oder füreinander da zu sein, wenn jemand gebraucht wird. Dabei geht es für die einzelnen Mitglieder nicht primär um die Erwirtschaftung eines Gewinns oder einer Bezahlung, sondern um die Unterstützung im Sinne eines sozialen Austausches und gesellschaftlichen Miteinanders zum Wohle aller Mitglieder. Die engagierten Mitglieder erbringen für andere Mitglieder Leistungen, z. B. Fahrdienste oder Einkäufe. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung, die sie sich auszahlen oder in Form von Zeit gutschreiben lassen können. Das heißt, die Zeit, die sie heute für eine Leistung erbringen, können sie später für Leistungen, die sie dann benötigen, für sich in Anspruch nehmen. Die Leistungen werden dabei in der Regel im Rahmen von ehrenamtlichen Tätigkeiten erbracht und nicht als unternehmerische Tätigkeit behandelt.

„Seniorengenossenschaften“ basieren auf der Grundlage von Selbsthilfe der Mitglieder, koordinieren ehrenamtliches Engagement und erbringen Leistungen, die für die Mitglieder anders nicht so leicht zu organisieren wären (Fahrdienste, die Organisation gemeinsamer Ausflüge, Hilfen beim Einkauf etc.). Die Leistungen werden kostengünstig und nach Absprache erbracht. Ein Grund, eine „Seniorengenossenschaft“ zu gründen und nicht nur unverbindliche Nachbarschaftshilfe anzubieten, kann auch sein, dass die Hemmschwelle, die viele Seniorinnen und Senioren haben, kostenlose Hilfen („Almosen“) anzunehmen, zu groß ist oder sie sich selbst einbringen möchten. In einer „Seniorengenossenschaft“ sind die Mitglieder zum einen Kunden, sie bestimmen zum anderen aber auch darüber mit, was und wie angeboten wird. Diese Doppelrolle kann sowohl bei den Seniorinnen und Senioren, aber auch bei den jüngeren Mitgliedern, zu einer erhöhten Akzeptanz führen.

„Seniorengenossenschaften“ zeichnen sich durch einen hohen Grad an Zusammenhalt und emotionaler Bindung der Mitglieder aus, sind zumeist lokal bzw. regional begrenzt und erbringen ausschließlich Leistungen, die auch gewünscht werden. Sie geben älteren Menschen wieder eine Perspektive durch das Gefühl, gebraucht zu werden und Teil der Gesellschaft zu sein.