Fit im Alter – das wünscht sich wohl ein jeder. Doch nur die wenigsten kommen in den Genuss von Gesundheit und Vitalität als Senior.

Seit langer Zeit kursiert der Mythos, die Gene seien schuld und wer im Alter noch fit ist, hat einfach Glück gehabt.

Das mag auf ein Drittel der Fälle zutreffen, denn unsere moderne Medizin hat die natürliche Auslese ausgehebelt, sodass auch „schlechte“ Gene weitergegeben werden können. Doch der Hauptgrund von alltagseinschränkenden Krankheiten im Alter ist ein anderer …

„… nur rund 30 Prozent des Alterungsprozesses sind auf genetische Faktoren zurückzuführen. 70 Prozent werden indes durch unsere Lebensweise beeinflusst.“ -Arzt und Ayurveda-Spezialist Dr. Ulrich Bauhofer

Wer fit im Alter sein möchte, muss demnach seine Lebensweise reflektieren und möglicherweise an der ein oder anderen ungesunden Stellschraube drehen.

Was für ein langes und gesundes Leben essentiell ist, erfährst Du in diesem Artikel.

Die Grundpfeiler für Vitalität in der zweiten Lebenshälfte

Fit bis ins hohe Alter – wichtige Voraussetzung dafür ist eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Das Altern selbst ist zwar nicht aufzuhalten (und die Endlichkeit des Lebens macht es doch auch erst so besonders), doch kann eine gesundheitsbewusste Lebensweise die Alterungsprozesse deutlich hinauszögern.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt mit ihrer Definition für Gesundheit auch die Lösung des Problems indirekt mit:

Gesundheit ist ein Zustand völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

Um fit im Alter zu sein, ist wie in der Natur Balance der Schlüssel zum Erfolg. Auch wenn die Welt, wie der Mensch sie verändert, immer mehr Dysbalancen in allen Kreisläufen und Systemen verursacht, musst Du dem ungesunden Strom nicht folgen.

Die Menschen um Dich herum mögen größtenteils gestresst sein, von einem Fastfood-Restaurant zum nächsten rennen, Medikamente in sich hineinstopfen wie Popcorn und ihre tägliche Bewegung auf ein Minimum reduzieren. Doch Du kannst es anders machen – Nein Du musst es anders machen, wenn Du fit im Alter sein willst.

Fünf Dinge sind wirklich essenziell für ein langes und gesundes Leben:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Regeneration
  • Entgiftung
  • Stressmanagement und Lebensfreude.

Ergotopia

 

Auch wenn das Altern ein natürlicher und nicht aufzuhaltender Vorgang ist, der durchaus zur Minderung Deiner Leistungsfähigkeit führen wird, so muss Dein Seniorendasein nicht zwangsläufig von Krankheiten begleitet sein.

Denn entgegen der landläufigen Meinung haben die meisten (nicht alle!) Erkrankungen rein gar nichts mit dem Alter zu tun, sondern sind das Spiegelbild einer ungesunden und unnatürlichen Lebensweise sowie jahrelanger Verstöße gegen eine gesunde und natürliche Lebensordnung.

9 einfache Gewohnheiten, damit Du fit im Alter bist

1. Ernähre Dich richtig

Wir leben in einer Industrienation, die sich durch einen hohen Lebensstandard und Wohlstand charakterisiert. Nur ist es doch sehr verwunderlich, warum gerade wir an so vielen „Wohlstandskrankheiten“ leiden.

Dieses Problem ist ganz einfach erklärt:

In der ersten Hälfte unseres Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben, in der zweiten Hälfte opfern wir unser Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen. Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen. – Voltaire

Insbesondere unsere Ernährung in Zeiten von Junkfood und schnellem Reinschlingen von Fertigprodukten in der Mittagspause (oft sogar am Arbeitsplatz) ist eine der Hauptursachen für Krankheiten wie Adipositas, Diabetes oder Magen-Darm-Problemen.

Das Problem an den Fertigprodukten ist, dass diese ein schlechtes Verhältnis an Nährstoffen haben, meist vitaminarm sind und unzählige bedenkliche Konservierungs- und Ergänzungsstoffe enthalten, die uns im wahrsten Sinne auf lange Sicht krankmachen.

Hinzu kommt, dass mit steigendem Alter meist eine Art “Unlust” am Essen entsteht und der Appetit nachlässt. Die Folgen dieser Fehlernährung – ob jung oder alt – sind fatal für den Körper:

  • Über- oder Untergewicht
  • Nährstoffmangel (Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelementen)
  • Flüssigkeitsmangel (insbesondere im Sommer)
  • Mangel an Ballaststoffen

Auch wenn viele „Experten“ Schonkost für ältere Menschen empfehlen, ist das nicht unbedingt notwendig. Besser ist es, sich an den Regeln einer gesunden Ernährung zu orientieren und individuelle Verträglichkeiten und Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Wer beispielsweise Probleme mit den dritten Zähnen und daher Kaubeschwerden hat, kann morgens auf eingeweichtes Müsli oder Haferbrei umsteigen. Das meiste Obst und Gemüse kann man zudem mit einem Mixer kleinhäckseln oder öfters Gemüsesaft trinken.

Auch wenn tägliches mehrmaliges Kochen zu anstrengend wird, gibt es eine Lösung:
Koche gleich für mehrere Mahlzeiten in größeren Töpfen und stell die Reste in den Kühlschrank. So sparst Du eine Menge Zeit und isst immer gesund.

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Prinzipiell gelten die folgenden Ernährungsprinzipien als gesund:

    • Qualität statt Quantität
      Die optimale Nährstoffkombination findest Du nur in Naturprodukten (also Frischkost) und nicht in Fertigprodukten. Ideal sind Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch, Fisch, Kräuter und Gewürze – bestenfalls saisonal und aus der Umgebung
    • Die richtige Energiequelle
      Ballaststoffarme und zuckerhaltige Lebensmittel sättigen nicht und machen dick. Du sollst nicht komplett auf alle Schlemmereien verzichten, aber es muss sicherlich nicht täglich Kuchen und Pizza geben.
    • Achtsames und bewusstes Essen
      All die gesunde Ernährung bringt Dir rein gar nichts, wenn Du es dann runterschlingst ohne zu kauen. Nimm Dir stattdessen ausreichend Zeit, kaue gründlich. Genieße die Mahlzeit und die kurze Pause.

Verabschiede Dich außerdem am besten von Deiner Waage. Nicht Dein Gewicht ist entscheidend, sondern ob Du Dich fit und vital fühlst (und Deine Füße noch sehen kannst, ohne Dich vorzubeugen).

Ausreichend Flüssigkeit ist ebenfalls lebensnotwendig. Das Durstgefühl lässt im Alter zwar häufig nach, doch täglich 1,5 bis 2 Liter sollten dennoch machbar sein. Am besten stilles Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder Kräuter- und Früchtetees.

Interessant dabei ist, dass das Durstgefühl trainiert werden kann. Nimm daher egal wo Du bist immer etwas mit und fülle es direkt auf, sobald Du das Behältnis geleert hast.

Nimm Dir diese einfach umsetzbaren Tipps zu Herzen und Du wirst fit im Alter sein.

2. Werde aktiv

Wer sich wenig bewegt, verdoppelt sein Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Willst Du fit im Alter sein, hast Du die besten Chancen darauf, wenn Du Dich regelmäßig bewegst und moderat Sport treibst – so eine Studie der Emory University in Atlanta.

Die wissenschaftlich belegten Vorteile von Sport liegen auf der Hand:

      • Stärkung der Abwehrkräfte
      • Stressabbau
      • Prävention von Diabetes und Osteoporose
      • Beugt Übergewicht vor

Übrigens ist es nie zu spät aktiv Bewegung in sein Leben zu integrieren. Die positiven Auswirkungen sind fast unmittelbar zu spüren. Denn das belebende und zufriedene Gefühl nach Sport kennt sicherlich jeder.

Sport heißt nicht, dass Du täglich ins Fitnessstudio rennen musst. Auch einfache Bewegungsgewohnheiten oder Yoga können wahre Kraftspender für Deinen Körper sein. So empfiehlt die WHO 10.000 Schritte täglich zu gehen, um seine Gesundheit zu erhalten und auch im Alter noch fit zu sein.

„33 gesunde Bewegungsgewohnheiten mit denen Du locker 10.000 Schritte am Tag schaffst“ 

Die Bewegungsformel für Vitalität bis ins hohe Alter besteht aus Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Auch hier ist Balance wie immer der Schlüssel zum Erfolg. Wichtig ist es auch auf Deinen Körper zu hören. Meistens macht er sich bemerkbar, wenn er beispielsweise gedehnt werden will. Das kennst Du sicherlich vom Aufstehen, wenn man sich erst einmal streckt und räkelt.

3. Finde innere Ruhe und Entspannung

Keiner bleibt von ihm verschont. Er zehrt an unseren Kräften, lässt uns verkrampfen und schlecht schlafen – Stress.

Einst als natürliche körperliche Reaktion in Gefahrenmomenten, tritt er heute nahezu täglich auf. Im Verkehr, auf der Arbeit, in der Familie oder in Tausenden anderen Situationen.

So verwundert es nicht, dass sich bereits jeder Dritte ausgebrannt fühlt. Jeder Fünfte leidet sogar unter gesundheitlichen Stressfolgen wie Unruhe, Nervosität, Depressionen, Rückenschmerzen, verminderter Konzentrationsfähigkeit, Aggressivität, Suchtgefahr, Bluthochdruck bis hin zu Diabetes.

Denn das Problem ist, dass sich der Stress bei den meisten Menschen anstaut und nicht abgebaut wird. So berichtet die International Labour Organization, dass in den Industrienationen bereits über 70 Prozent aller Erkrankungen direkt oder indirekt auf Stress zurückzuführen sind.  http://www.ilo.org/berlin/lang–de/index.htm

Nun ist es fast unmöglich, Stress komplett zu vermeiden. Wie wir aber mit ihm umgehen und mithilfe von Sport, Yoga oder Meditation versuchen Stress abzubauen, ist allein unsere Entscheidung.

Eine durchaus wichtige Entscheidung , wie eine Auswertung der „New England Centenarian Studiy“ hervorgebracht hat. Die großangelegte Studie stellt fest, dass Stressresistenz wohl eines der Erfolgsgeheimnisse Hundertjähriger ist.

Umso wichtiger ist gutes Stressmanagement, wenn man fit im Alter sein will. Für mehr innere Ruhe sieh Dir die Tipps folgender Infografik an: Stressmanagement: 14 Anti-Stress-Tipps für Deinen Alltag 

 

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4. Sorge für ausreichend und gesunden Schlaf

Fit im Alter, das geht nicht ohne gesunden Schlaf. Denn während des Schlafens wird der Stoffwechsel heruntergefahren und Reparaturmechanismen beginnen auf Hochtouren zu arbeiten. Der ganze Körper regeneriert sich über Nacht.

Da ist das Ergebnis von US-Forschern nicht verwunderlich, dass Menschen mit Schlafstörungen häufiger mit Diabetes, Herzinfarkt oder Übergewicht zu kämpfen haben.

Ist die Nacht doch mal zu kurz gekommen oder Du bist einfach müde, gönn dir ein kurzes Nickerchen am Nachmittag (10-20 Minuten). Regelmäßige sogenannte Powernaps verringern das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, so das Ergebnis einer Studie.

Wenn Du Schlafprobleme hast, wird Dir dieser Artikel über Schlafstörungen dabei helfen, die Ursachen ausfindig zu machen und wieder gesund schlafen zu können. 5. Lebe rauchfrei

Das Rauchen ungesund ist, muss ich wohl niemandem erklären. Sicherlich weißt Du auch, dass Raucher im Schnitt fünfeinhalb Jahre früher sterben als Nichtraucher.

Die gute Nachricht ist, dass es nie zu spät ist, damit aufzuhören. Selbst mit 60+ kann der Rauchstopp innerhalb weniger Jahre zu einer erheblichen Risikominderung für Herzinfarkte und Schlaganfälle führen, wie Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgefunden haben.

6. Geh zur Vorsorge

Man muss nicht den Teufel an die Wand malen und panisch alle erdenklichen Werte überprüfen lassen. Denn das führt auch zu Stress.

Dennoch ist es gerade im Alter ratsam, regelmäßig zu Gesundheits-Checkups zu gehen und etwa die Zähne kontrollieren zu lassen und eine Früherkennung von Krebs durchführen zu lassen.

Auch wenn es Dir vermeintlich gut geht, kann sich etwas anbahnen. Daher sollten auch gesunde Menschen sich gelegentlich professionell durchchecken lassen. Denn je früher eine Erkrankung entdeckt wird, desto besser kann man sie behandeln.

7. Sei Optimist

Die Universität in Zürich fand heraus, dass Optimisten länger leben. 

Eine wahrscheinliche Begründung dafür ist, dass Menschen, die prinzipiell positiv an die Dinge herangehen, häufiger auch besser mit Stress zurechtkommen und somit ihre Abwehrkräfte schonen.

8. Pflege Deine Freundschaften

Wir Menschen sind sozial veranlagt und keine Einzelgänger. Natürlich braucht der eine mehr Trubel und der andere eben weniger.

Tiefe und verbundene Freundschaften aber sind unerlässlich, wenn es Dir gut gehen soll – insbesondere für Deine psychische Gesundheit, die sich letztendlich auch auf Deinen Körper auswirkt und somit darüber entscheidet, wie fit Du im Alter bist.

Amerikanische Forscher haben einsame Menschen untersucht und konnten feststellen, dass diese häufiger an Alzheimer erkrankten und eine schlechtere geistige Leistungsfähigkeit besitzen als Menschen mit guten Freundschaften.

Schnapp Dir deshalb am besten gleich Dein Telefon und vereinbare ein Treffen mit Deinen besten Freunden!

9. Setze Dir Ziele

Immer wenn wir etwas Neues machen, bilden sich auch neue Synapsen im Gehirn. Und ein gesunder Kopf ist weniger anfällig für Krankheiten.

Das bestätigen auch Psychologen: wer Ziele hat, lebt länger. So können Menschen mit einem regelmäßigen Hobby, insbesondere im Alter, wenn der Beruf wegfällt, aktiv zur Prävention von Schlaganfall, Herzinfarkt und Co. beitragen.

Mein Großvater zum Beispiel hat sich nach seinem Schlaganfall aufgerafft Klavierspielen zu lernen. Sein enormer Wille und das Wissen über die Vorteile haben ihn angetrieben das medizinisch ausgeschlossene doch wieder wahr werden zu lassen. Er fährt wieder Auto.

Fazit: keine Wunderpille und keine Magie sind notwendig um fit im Alter zu sein.

Es erfordert lediglich etwas Wille und Durchhaltevermögen sein Leben zu reflektieren und gesunde Gewohnheiten in seinen Alltag zu integrieren.